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Vertrauen, Geheimnisse und Dienst für Frigg Fulla gehört zu den Ásynjur und ist eng mit Frigg, Odins Gemahlin, verbunden. Nur wenige Geschichten über sie sind überliefert, doch die erhaltenen Einzelheiten zeichnen eine besondere Gestalt im göttlichen Haushalt: Vertraute, persönliche Dienerin und Hüterin von Friggs Geheimnissen. Ihre Bedeutung beruht weniger auf großen Taten als auf dem außergewöhnlichen Vertrauen, das sie offenbar im engsten Kreis der Königin der Æsir genießt. In der Gylfaginning, einem Teil der Prosa-Edda, zählt Snorri Sturluson Fulla zu den Ásynjur und berichtet mehrere konkrete Einzelheiten über sie. Fulla erscheint als junge Frau mit offenem Haar und einem Goldband um den Kopf. Sie trägt Friggs Kästchen oder Schatulle, kümmert sich um ihr Schuhwerk und kennt vor allem ihre Geheimnisse. Gerade dieser letzte Zug ist besonders bedeutsam. Fulla genießt ein Vertrauen, das weit über die Stellung einer einfachen Hausdienerin hinausgeht. Dass sie Friggs Geheimnisse kennt, gewährt ihr Einblick in den privaten Bereich der Göttin und macht ihre Beziehung zu einem der am besten belegten Aspekte von Fullas Gestalt. Fullas Beschreibung liefert eines der wenigen ausdrücklich genannten körperlichen Merkmale einer weniger bekannten Ásynja. Snorri erwähnt ein goldenes Band um ihren Kopf und ihr offenes Haar. Dieses Band ist ihr am sichersten belegtes ikonografisches Attribut. Nach Baldrs Tod reitet Hermóðr in Hels Reich. Dort begegnet er Baldr und dessen Frau Nanna. Bei seiner Rückkehr schickt Nanna ein Tuch an Frigg und übergibt außerdem einen Goldring für Fulla. Die Episode unterstreicht Fullas Nähe zu Frigg und ihre Stellung im Familienkreis Baldrs. Im zweiten der Merseburger Zaubersprüche, einer deutschen Handschrift aus dem 10. Jahrhundert, tritt neben Friia eine Gestalt namens Volla auf. Die sprachliche Ähnlichkeit zwischen Fulla und Volla sowie Vollas Verbindung zu Frigg haben dazu geführt, dass beide Gestalten miteinander in Beziehung gesetzt werden. Unterschiede zwischen den Überlieferungen mahnen jedoch zur Vorsicht. 
Fulla gehört zu den weiblichen Gottheiten, die Snorri im Umfeld Friggs nennt. Auch Gná und Hlín stehen mit ihr in Verbindung, erfüllen aber andere Aufgaben. Fulla nimmt eine vertraute Stellung ein: Sie bewahrt Friggs persönliche Gegenstände und kennt, was Frigg geheim hält. Die mittelalterlichen Quellen bieten kaum weitere Informationen über Fulla. Ein eigenständiger Mythoszyklus ist nicht bekannt; ebenso fehlen ein eindeutig belegter eigener Wohnsitz und eine gesicherte nordische Abstammung. Am deutlichsten bleibt ein konkretes Bild: eine junge Frau mit offenem Haar und goldenem Stirnband, die bei Frigg bleibt, ihre Schatulle trägt, sich um ihre persönlichen Dinge kümmert und ihre Geheimnisse kennt. Gruppe: Ásynjur Göttlicher Kreis: Frigg und die Æsir Hauptfunktion: Vertraute und Begleiterin Friggs Belegte Attribute: Goldband, offenes Haar und Friggs Schatulle Aufgaben: Friggs Schatulle tragen und sich um ihr Schuhwerk kümmern Wissen: Hüterin von Friggs Geheimnissen Erhaltenes Geschenk: Goldring, den Nanna aus Hel schickt Mögliches germanisches Gegenstück: Volla in den Merseburger Zaubersprüchen Hauptquellen: Gylfaginning und der Zweite Merseburger Zauberspruch
Fulla

Friggs Vertraute
Das Goldband
Nannas Geschenk aus Hel
Fulla und Volla
Fullas Platz unter den Ásynjur
